organisch oder psychisch bedingte gesteigerte Atmung.
Ursache: Eine Hyperventilation tritt bei den meisten Krankheiten mit einem Sauerstoffmangel (Lunge, Herz) auf. Ein normaler Sauerstoffgehalt des Blutes findet sich bei Erkrankungen des Gehirns, Stoffwechselentgleisungen oder bei Fieber. Auch Schmerzen können eine Hyperventilation auslösen, ebenso psychischer Druck.
Befund: Bei der psychogen bedingten Hyperventilation kommt es durch vermehrtes Abatmen von Kohlendioxid zur Alkalose. Bei starker Ausprägung der Hyperventilation kann es zu einer Hyperventilationstetanie mit Muskelkrämpfen und einer charakteristischen Pfötchenstellung der Hände kommen. Meistens finden sich nur Vorstadien einer Tetanie, wobei die Betroffenen – neben Atemnot – über Kribbeln in den Händen, Fingern, gelegentlich auch Lippen sowie Schwindel, Druck im Hals (»Kloßgefühl«) und untypischen Herzbeschwerden klagen.
Behandlung: Es muss immer die zugrunde liegende Erkrankung behandelt werden. Da eine psychogene Hyperventilation nicht gefährlich ist, genügt hier eine Beruhigung des Betroffenen. Zur Erhöhung des Kohlendioxidspiegels im Blut kann eine Rückatmung der eigenen Ausatemluft durch eine locker vor das Gesicht gehaltene Plastiktüte oder über die eigenen, vor das Gesicht gehaltenen Hände durchgeführt werden.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 08.12.2010
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