lebensbedrohliche Infektionskrankheit des Neugeborenen, verursacht durch die Einschwemmung von Bakterien in die Blutbahn.
Ursache: Die Unreife der Immunabwehr des Neugeborenen bedingt, dass Infektionen oft nicht auf den Ort begrenzt bleiben, an dem es zum Kontakt mit den Krankheitserregern gekommen ist. So können auch sonst eher harmlose Krankheitserreger das lebensbedrohliche Bild der Sepsis (Blutvergiftung) hervorrufen. Häufige Infektionsquellen sind die Keimflora des mütterlichen Genitaltraktes und Krankenhauskeime.
Befund: Die Symptomatik ist mitunter außerordentlich gering; oft ist das Neugeborene auffallend schläfrig und trinkt schlecht. Die Haut kann grau-blass und marmoriert erscheinen. Ein weiterer Hinweis kann eine beschleunigte oder unregelmäßige Atmung sein. Fieber liegt oft nicht vor. Es kann zu einem Kreislaufzusammenbruch im Rahmen eines septischen Schocks und zu schwerwiegenden Gerinnungsstörungen mit Einblutungen in alle Organe, v. a. in das Gehirn, kommen.
Behandlung: Schon bei Verdacht werden auch ohne Keimnachweis Breitbandantibiotika (Antibiotika) gegeben. Vor Gabe der ersten Dosis werden Abstriche gemacht und Kulturen von Körperflüssigkeiten (Blut, Liquor, Urin) angelegt, um den Erreger zu bestimmen. Die Antibiotikatherapie kann dann dem nachgewiesenen Keim angepasst werden. Bei schwerem Verlauf werden der Ersatz von Flüssigkeit und Gerinnungsfaktoren sowie evtl. die maschinelle Beatmung erforderlich. Die rechtzeitig erkannte und behandelte Neugeborenensepsis heilt meist folgenlos aus, während die verschleppte Neugeborenensepsis auch heute noch eine sehr hohe Sterblichkeit bzw. Defektheilungsrate hat.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 09.12.2010
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