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Pneumothorax

Luftansammlung in der Pleurahöhle, dem Raum zwischen beiden Brustfellblättern. Bei einem Pneumothorax kann kein Unterdruck mehr aufgebaut werden, und der betroffene Lungenflügel fällt teilweise oder völlig in sich zusammen.

Grundsätzlich unterschieden werden der geschlossene Pneumothorax, bei dem keine Verbindung zur Außenluft besteht, und der offene Pneumothorax, bei dem die Luft von außen (z. B. durch eine äußere Verletzung) oder von innen (über eine Verbindung zu den Bronchien) in die Pleurahöhle gelangt.

Ursache: Je nach Auslöser werden verschiedene Formen des Pneumothorax unterschieden: Die häufigste Form ist der Spontanpneumothorax. Betroffen sind v. a. Männer zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr. Ursache ist meist das Platzen einer Lungenblase im oberen Lungenabschnitt, wofür sich oft keine weitere Erklärung findet (idiopathischer Pneumothorax). Entwickelt sich ein Pneumothorax auf dem Boden einer Lungenkrankheit (z. B. Lungenemphysem, Erkrankungen der Pleura), liegt ein symptomatischer Pneumothorax vor; hier liegt der Altersgipfel zwischen dem 55. und 65. Lebensjahr. Ein verletzungsbedingter (traumatischer) Pneumothorax ist häufig Folge von Rippenbrüchen oder Stich- oder Schussverletzungen. Werden dabei auch die Bronchien verletzt, entsteht ein innerer offener Pneumothorax. Ist im Brustkorb auch Blut zu finden, spricht man von einem Hämatopneumothorax. Ein iatrogener Pneumothorax ist Komplikation eines medizinischen Eingriffs (z. B. Punktionen). Der Spannungspneumothorax (Ventilpneumothorax) entsteht als Komplikation bei Spontan- oder traumatischem Pneumothorax. Durch einen Ventilmechanismus kommt es zu einer fortschreitenden Aufblähung der Pleurahöhle der betroffenen Seite. Dadurch werden die gesunde Lunge, das Herz und die dort verlaufenden großen Blutgefäße immer weiter eingeengt und verdrängt. Es droht akute Lebensgefahr durch das Versagen von Herz- und Atemtätigkeit.

Befund: Der Betroffene klagt über plötzlich einsetzende Atemnot, einseitige, stechende Schmerzen im Brustkorb und Hustenreiz. Bei einem Spannungspneumothorax besteht schwerste Atemnot, Blaufärbung der Haut und Schleimhäute und Todesangst; es kommt rasch zu einem lebensbedrohlichen Schock. Der äußere offene Pneumothorax ist oft an einer klaffenden Wunde am Brustkorb zu erkennen, aus der beim Einatmen ein zischendes Geräusch hörbar ist und beim Ausatmen Luft austritt.

Behandlung: Beim geschlossenen Pneumothorax wird in leichten Fällen die Luft innerhalb von 3 bis 4 Tagen vom Körper selbst resorbiert. Ist der Pneumothorax größer, muss die Luft durch eine Pleuradrainage entfernt werden; bei wiederholtem Auftreten kann eine Verklebung der Brustfellblätter (Pleurodese) angezeigt sein. Beim offenen Pneumothorax besteht die Sofortmaßnahme im keimfreien Abdecken der Wunde. Die Verletzung muss anschließend operativ versorgt werden. Ein Spannungspneumothorax bedeutet eine akute Lebensbedrohung und muss deshalb sofort entlastet werden. Als Notfallmaßnahme dient eine Pleurapunktion, die weitere Versorgung besteht im Anlegen einer Pleuradrainage. Hat sich ein Mediastinalemphysem (Luftansammlung im Mittelfellraum) gebildet, muss eine operative Entlastung erfolgen (Mediastinotomie, kollare).


Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.

Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 09.12.2010

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