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Warzen (Verrucae)

Fast alle Warzenarten werden durch eine Infektion mit humanen Papillomaviren (HPV) ausgelöst. Warzen sind gutartige Hautwucherungen, die unterschiedlich aussehen können und in verschiedenen Körperregionen bevorzugt auftreten


Dornwarzen entstehen häufig an der Fußsohle

Was sind Warzen?

Warzen sind gutartige Hautwucherungen, die bevorzugt an den Fingern, der Fußsohle, im Gesicht oder im Genitalbereich auftreten. Ursache einer Warze ist eine Infektion mit humanen Papillomaviren, kurz HPV. Es gibt rund 90 verschiedene HPV-Typen. Einzige Ausnahmen: sogenannte Dellwarzen, hinter denen ein Pockenvirus steckt, sowie Alterswarzen. Die werden nicht durch Viren verursacht und sind daher nicht ansteckend.

Die häufigsten Arten  

Vulgäre Warzen (Verrucae vulgares): Diese Art – auch gewöhnliche Warzen oder Stachelwarzen genannt – kommt am häufigsten vor. Die Hautwucherungen finden sich vorwiegend an den Fingern, im Gesicht und unter der Nagelplatte (Verrucae subunguales). Sie sind stecknadelkopf- bis erbsengroß und sehen oft rau und schuppig aus. Die gewucherte Haut kann an einen Blumenkohl erinnern.


Frau Angela Unholzer

UNSERE EXPERTIN: Dr. med. Angela Unholzer, Fachärztin für Dermatologie

Warzen an den Fußsohlen (Verrucae plantares): Hier gibt es im Wesentlichen zwei Typen, und zwar Mosaik- und Dornwarzen. Mosaikwarzen treten beetartig in großer Zahl auf, sind sehr flach und werden aufgrund ihrer Anordnung Mosaikwarzen genannt. Sie verursachen normalerweise keine Beschwerden. Die sogenannten Dornwarzen hingegen, wachsen wie Dornen von Pflanzen in die Tiefe der Haut ein. Dies ist durch das Körpergewicht bedingt, das auf den Fußsohlen lastet. Dornwarzen können beim Gehen teils erhebliche Schmerzen bereiten. Sie weisen meist eine  stark verhornte Oberfläche auf und sind von dunklen Pünktchen durchsetzt.

Plane Warzen (Verrucae planae juveniles): Die auch als Flachwarzen bezeichneten Gebilde sind flach und nur wenige Millimeter groß. Sie finden sich häufig im Gesicht sowie an den Händen. Plane Warzen betreffen in erster Linie Kinder und Jugendliche und können in großer Zahl auftreten.

Feigwarzen (Condylomata acuminata): Diese Warzenart betrifft den Genital- und Analbereich und wird durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen. Die rötlichen bis grau-weißlichen Knötchen bilden oft sogenannte Warzenbeete.

Dellwarzen (Mollusca contagiosa): Es handelt sich um etwa stecknadelkopfgroße, hellrote Knötchen, die in der Mitte eine charakteristische Delle aufweisen. Drückt man auf die Warze, entleert sich eine breiige, weißliche Flüssigkeit. Dellwarzen kommen bevorzugt im Gesicht, am Hals sowie an Armen und Beinen vor. Insbesondere Kinder, die trockene Haut haben und zu Neurodermitis neigen, entwickeln häufig Dellwarzen, weil bei ihnen das Abwehrsystem der Haut geschwächt ist. Im Gegensatz zu den oben genannten Warzenarten werden Dellwarzen nicht durch humane Papillomaviren hervorgerufen, sondern durch ein Pockenvirus.

Alterswarzen (Verrucae seborrhoicae): Diese Hautwucherungen kommen ab dem 50. Lebensjahr gehäuft vor und tauchen vorwiegend an der Brust, am Rücken und im Gesicht auf. Alterswarzen sehen mal rundlich, mal oval aus und können linsen- bis bohnengroß werden. Sie erscheinen grau-braun bis schwarz und weisen eine zerklüftete Oberfläche auf. Die Knötchen werden nicht von HP-Viren verursacht und sind nicht ansteckend. Mit zunehmendem Lebensalter wächst die Zahl der Alterswarzen. UV-Strahlen begünstigen ihr Auftreten.

Der Arzt kann meist recht einfach die Diagnose stellen, anhand des Aussehens der jeweiligen Warzenart. Die Therapie richtet sich nach der Art, der Anzahl der Knötchen sowie dem Ort, an dem sie sich befinden. Prinzipiell lassen sich Warzen mit speziellen Pflastern, Lösungen oder durch Vereisen mit flüssigem Stickstoff behandeln. Gegebenenfalls muss der Arzt die Warze chirurgisch entfernen. Alterswarzen sind völlig harmlos und müssen daher nicht grundsätzlich behandelt werden.

Wichtig: Nicht jede Hautveränderung ist gutartig! Auch Hautkrebs kann warzenähnliche Gebilde auslösen. Deshalb sollten Sie immer zum Arzt gehen, wenn sich Hautbereiche plötzlich verändern. Im Zweifelsfall kann der Arzt etwas Hautgewebe entnehmen und es im Labor untersuchen lassen. Dadurch kann er klären, ob es sich zum Beispiel um eine harmlose Alterswarze oder um einen schwarzen Hautkrebs (malignes Melanom) handelt.


Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.



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www.apotheken-umschau.de; 13.09.2005, aktualisiert am 25.04.2012
Bildnachweis: W&B/Privat, iStock/sdominick

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