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Pseudogicht (Chondrokalzinose)

Bei der Pseudogicht lagern sich Kalziumkristalle im Gelenkknorpel ab. Das kann zu schmerzhaften Gelenkentzündungen führen. Oft ist das Kniegelenk betroffen. Mehr über Ursachen, Symptome und Therapie


Schmerzanfall im Kniegelenk – manchmal steckt eine Pseudogicht dahinter

Was ist eine Pseudogicht?

Bei der Pseudogicht kommt es zu Kalziumkristall-Ablagerungen im Gelenkknorpel sowie im Meniskus. Genauer gesagt handelt es sich bei den Kristallen um Kalziumpyrophosphat-Dihydrat – kurz CPPD. Oft sind einzelne große Gelenke betroffen, zum Beispiel das Kniegelenk, das Schultergelenk, das Hand-, Fuß- oder das Hüftgelenk.

Ursachen: In den meisten Fällen sind die genauen Auslöser sind nicht geklärt. Das Erkrankungsrisiko steigt mit zunehmendem Lebensalter. Ärzte unterscheiden die primäre Pseudogicht von der sekundären Pseudogicht. Bei der primären Form kommt es ohne erkennbare Ursache zu den Kristallablagerungen. Bei der sekundären Pseudogicht liegen verschiedene Krankheiten zugrunde – zum Beispiel eine Überfunktion der Nebenschilddrüsen (Hyperparathyreoidismus), eine Eisenspeicherkrankheit (Hämochromatose) oder eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose). Neben diesen beiden Formen der Pseudogicht gibt es noch eine seltene, vererbte (hereditäre) Pseudogicht.


Symptome: Die Ablagerungen können eine akute Entzündung im betroffenen Gelenk verursachen, die sich mit einer Gelenkschwellung und Gelenkschmerzen bemerkbar macht und die Beweglichkeit einschränkt. Diese Beschwerden halten unbehandelt oft Tage oder sogar Wochen an. Solche Pseudogichtanfälle können immer wiederkehren. Die Krankheit kann auch dauerhaft Probleme bereiten –  ähnlich wie bei einem Gelenkverschleiß (Arthrose). Manchmal verläuft die Pseudogicht aber auch ohne spürbare Symptome.

Diagnose: Röntgen-Aufnahmen des betroffenen Gelenks liefern wichtige Hinweise. Der mikroskopische Nachweis von CPPD-Kristallen in der Gelenkflüssigkeit sichert die Diagnose und erlaubt dem Arzt, die Pseudogicht von anderen Krankheiten – vor allem von der Gicht – zu unterscheiden.

Therapie: Bei der akuten Gelenkentzündung verschreibt der Arzt meistens schmerzstillende und entzündungshemmende Medikamente. Hat sich Flüssigkeit im Gelenk angesammelt, kann der Arzt diesen Gelenkerguss über eine Hohlnadel entfernen und eventuell kortisonhaltige Medikamente in die Gelenkhöhle spritzen. Bei der sekundären Pseudogicht ist es wichtig, die Grunderkrankung zu behandeln. In schweren Fällen entstehen manchmal bleibende Schäden am Gelenk. Sie können eine Operation notwendig machen.

Pseudogicht – hat das mit Gicht zu tun?

Die Pseudogicht (auch Chondrokalzinose genannt) und die Stoffwechselkrankheit Gicht sind verschiedene Krankheiten. Ihre Symptome ähneln sich jedoch – daher die Namensähnlichkeit. Außerdem sind beide Erkrankungen gekennzeichnet durch Kristallablagerungen in den Gelenken, sie zählen beide zu den sogenannten Kristallarthropathien. Bei der Gicht lagern sich jedoch keine Kalzium-, sondern Harnsäurekristalle ab. Beide Krankheiten können Gelenkbeschwerden verursachen – wobei die Gicht aber meistens wesentlich heftigere Schmerzen verursacht als die Pseudogicht.

Sie möchten mehr über die Gicht erfahren? Hier können Sie nachlesen: Weiter zum Ratgeber Gicht.

Andere Namen für Pseudogicht sind Pyrophosphat-Gicht, Kalziumpyrophosphatkristall-Ablagerungskrankheit oder Kalziumpyrophosphat-Arthropathie.


Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.


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www.apotheken-umschau.de; 13.09.2005, aktualisiert am 29.09.2011
Bildnachweis: PhotoDisc/ RYF

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